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Presseinformation vom 24.02.2012

Joachim Kardinal Meisner besucht seine schlesische Heimat – Breslauer Sammlung Köln empfing „ihren“ Erzbischof

Köln/Breslauer Sammlung. Erstmalig konnte die im Herzen der Kölner Altstadt gelegene Breslauer Sammlung Kölns Erzbischof und gebürtigen Breslauer Joachim Kardinal Meisner in ihren Räumlichkeiten begrüßen. Meisner zeigte großen Respekt gegenüber der ehrenamtlichen und grenzüberschreitenden Kulturarbeit, die von gebürtigen deutschen Breslauern und jungen Nachwuchskräften geleistet wird.

Kardinal Meisner versprach seinen Besuch im Dezember 2011, als er im Rahmen des Festaktes zum 200. Gründungsjubiläum der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau ein Grußwort hielt. Der Festakt wurde zusammen mit einem wissenschaftlichen Symposium durch die Breslauer Sammlung Köln organisiert. Er fand an der Universität zu Köln statt, da diese 1956 nach Flucht und Vertreibung der deutschen Breslauer in den Westen die Patenschaft für die Breslauer Universität übernommen hatte. Die Stadt Köln übernahm im gleichen Jahr die Patenschaft für die Heimatvertriebenen. Dadurch siedelte sich neben der Bundesvereinigung der Breslauer später auch die Breslauer Sammlung in der Domstadt an.

Meisner nutzte die Gelegenheit, erstmals die Breslauer Sammlung persönlich zu besuchen. Im Rahmen eines Rundgangs erläuterten der Leiter, Tobias Körfer M.A. (32), sowie der Bundesvorsitzende der Breslauer, Hubert Wolff (80), viele der interessanten und seltenen Exponate. Zu seiner Freude fand Kölns Erzbischof, der 1946 seine schlesische Geburtsstadt verlassen musste, einige Gemälde und Zeichnungen von Künstlern, die er besonders schätzte, so vor allem der Holzschnittkünstler Bodo Zimmermann. Viele Gegenstände erkannte Meisner aus seiner eigenen Kindheit, darüber hinaus wußte er zu manchem Erinnerungsstück auch eine Geschichte aus der eigenen großen Familie zu erzählen.

Hubert Wolff: „Wenn Erzbischof Meisner von seiner schlesischen Heimat erzählt, dann leuchten seine Augen auf und seine herzenstiefe Begeisterung steckt sofort an. Mit großem Humor weiß er Berichte zu geben. Er ist erfrischend und wer ihn persönlich erlebt, kann nur positiv berührt sein.“ so zeigt sich der Breslauer Bundesvorsitzende tief beeindruckt.

Tobias Körfer, dessen Großonkel als schlesischer Priester 1945 von sowjetischen Soldaten ermordet wurde, ist begeistert, daß Kardinal Meisner voll von Freude über das ist, was Schlesien bedeutet: „Wir wollen mit der Breslauer Sammlung auch in Zukunft darauf hinweisen, wie reich das deutsche Erbe ist und wie wichtig die freundschaftliche Zusammenarbeit mit den heutigen Breslauern für die Menschen in Deutschland und der Republik Polen ist. Wir pflegen hervorragende Verbindungen zum Breslauer Stadtmuseum und zur Universität Breslau. Zahlreiche Besuchergruppen aus Schlesien und Oberschlesien besuchen jedes Jahr unsere Sammlung in Köln. So tragen wir unseren Teil zum heutigen Breslau bei.“ Die heutigen Bewohner Breslaus bzw. deren Nachfahren, stammten vor allem aus Lemberg, dem heutigen Lviv (Ukraine). Sie haben ein Gespür für den Verlust der Stadt auf der deutschen Seite: „In Breslau weht ein ganz anderer Geist, als in Warschau. Ein erfrischender Wind, kein stürmischer!“ so pflichteten die ebenfalls anwesenden Aktiven der Breslauer Sammlung, Detlef Gleuwitz (71) und Stephan Krüger (35), bei.

Vom schlesischen Streuselkuchen schwärmte Kardinal Meisner bei der abschließenden Kaffeerunde und bedauerte, daß polnische Bäcker bei der EU den Namen „Schlesischer Streuselkuchen“ schützen ließen – dabei jedoch die heute noch produzierenden deutschen Schlesierbäcker nicht mit einbezogen. Es blieb übrigens nur beim Kaffee für den Kardinal - schließlich begann gerade erst die Fastenzeit!

Die Breslauer Sammlung Köln wird von der Bundesvereinigung der Breslauer e.V. und durch die Patenschaft der Stadt Köln für die Breslauer getragen. Die Bundesvereinigung und die Sammlung arbeiten ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern. Regelmäßig geöffnet ist die Sammlung immer montags von 10 bis 15 Uhr sowie für Interessierte und Gruppen nach Absprache zu jeder Zeit.

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Joachim Kardinal Meisner besucht am 24.02.2012 die Breslauer Sammlung Köln (v.l.n.r.: Detlef Gleuwitz, Hubert Wolff (beide Breslauer Sammlung), Joachim Kardinal Meisner Erzbischof von Köln

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Der Kölner Erzbischof berichtet von seinen Erlebnissen in der schlesischen Heimat. Sein Sekretär Pfarrer Boss, Hubert Wolff und Stephan Krüger von der Breslauer Sammlung Köln lauschen gespannt

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Joachim Kardinal Meisner überreicht dem Leiter der Breslauer Sammlung, Tobias Norbert Körfer, ein Geschenk anlässlich seines Besuches